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Die Entwicklung

der Weinbereitung

Ararat
Gemäß der antiken Lehre der Körpersäfte galt der Wein als heiß und trocken, Wasser und Bier dagegen als feucht und kalt. Wein als Getränk stand also hoch im Ansehen. Außerdem genoss er den Ruf, die Verdauung anzuregen, das Blut zu reinigen, die Stimmung aufzuhellen und überhaupt der menschlichen Gesundheit zuträglich zu sein.
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Belegt ist, dass im 9. Jahrhundert friesische Händler in Mainz Wein im Tausch gegen Textilien erwarben und die Kaufleute der Hanse im 12. Jahrhundert Wein aus dem Rheintal unter anderem nach England und Norwegen lieferten. Die Herstellung und der Konsum von Wein erreichten nach der ersten Jahrtausendwende in ganz Europa einen absoluten Höhepunkt. Endlich war der Rebsaft nicht mehr nur für die Wohlhabenden erschwinglich! Doch die Qualität des Weines schwankte je nach Anbaugebiet, Rebsorte und vor allem der Anzahl der Pressungen erheblich. Der teuerste Wein wurde aus der ersten Pressung gewonnen - wer sich den nicht leisten konnte, griff zum billigen Tresterwein. Jener wurde erzeugt aus der zweiten oder gar dritten Pressung und häufig mit Wasser und Essig gestreckt.
Auch Hildegard von Bingen (1098-1179) hatte ihre eigene Sichtweise zu dem Thema und wusste sich gar zu einem bestimmten Anbaugebiet zu äußern: „Der Wein heilt und erfreut den Menschen mit seiner gesunden Wärme und seiner großen Kraft. Der Wein ist nämlich das Blut der Erde. (…) Edler und starker Wein erregt, getrunken, die Gefäße und das Blut des Menschen in unrichtiger Weise und zieht die Säfte und alle Feuchtigkeit, die im Menschen sind, an sich, wie es die abführenden Tränke tun, und führt dadurch zuweilen vor der richtigen Zeit den Harn mit Gefahr aus. Dies tut der Wein vom Hunsrück nicht, weil er nicht so stark ist, dass er die Säfte des Menschen übermäßig erregen könnte. Deshalb sollen die Kräfte eines schweren Weins gemildert werden, entweder durch eingetauchtes Brot oder durch Zugießen von Wasser, weil er sonst weder einem gesunden noch einem kranken Menschen zum Trinken nützt. 
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Es ist jedoch nicht nötig, den Hunsrücker Wein so zu verdünnen, weil er keine so starken Kräfte in sich hat. Will ein Mensch ihm gleichwohl Wasser zusetzen oder Brot hineintunken und ihn so trinken, so ist er umso angenehmer zu trinken, aber nicht umso gesunder.“ Einige Jahrhunderte später ist Goethe ganz ihrer Meinung:
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Doch zurück ins Mittelalter – zahlreichen Quellen ist zu entnehmen, dass Wein anscheinend recht schnell verdarb. So findet sich in einem Kochbuch des 14. Jahrhunderts der Rat, Fässer nach der Entnahme von Wein wieder aufzufüllen. Auch könne Wein haltbarer gemacht werden durch Zugabe von getrockneten und gekochten Traubenkernen sowie der Asche von getrocknetem und verbranntem Trester.