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Alles über

den Arak

Arabische Alchemisten
Arabische Alchimisten entdeckten im Mittelalter das Geheimnis der Destillation. Vor dieser Zeit kannten die Menschen nur die fermentierten Getränke Bier, Wein und Met mit einem niedrigen Alkoholgehalt. Die arabischen Gelehrten nannten ihre Entdeckung Al-Kuhl, ein Begriff, der ursprünglich das Antimonpulver bezeichnete, mit dem man sich Lider und Augenbrauen schminkte. Bald nannte man das Ergebnis aus der Destillation von Traubentrester (Rückstände der Traubenpressung) Arrak (Arak, Arrack, Arack). Mit den ägyptischen Fatamiden, die im 11. Jahrhundert über Sizilien herrschten, gelangte das Geheimnis nach Europa und verbreitete sich schnell im ganzen Mittelmeerraum - in der Türkei als Raki, in Griechenland als Ouzo, in Italien als Sambuca, in Frankreich als Pastis und in Spanien als Ojen. Reisende irische Mönche lernten das Verfahren und stellten mit den in ihrer Heimat zur Verfügung stehenden Rohstoffen Whisky her.
Der Konsum von alkoholischen Getränken ging durch das Alkoholverbot des osmanischen Sultans Murad IV Anfang des 16. Jahrhunderts zwar drastisch zurück, jedoch mochten viele Muslime auf den Genuss von Arrak als Begleitung zum Essen aus Gewohnheit nicht verzichten.
Ararat
Heute ist Arrak (engl. u. frz. Arak) ein Oberbegriff, der eine Vielzahl an Spirituosen aus Asien, Indien, dem Nahen Osten und Nordafrika umfaßt. Der Name leitet sich ursprünglich vom Destillationsprozeß ab (araq bedeutet auf arabisch soviel wie "austretende Flüssigkeit") und in der Levante wird Arrak wie Raki in der Türkei aus getrockneten Traubentrestern destilliert und mit Anis aromatisiert. Während der französische Pastis, der griechische Ouzo und der türkische Raki jeweils weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannt geworden sind, ist der libanesische Arrak völlig zu Unrecht außerhalb der Levante kaum bekannt. Obwohl alle libanesischen Weingüter als Nebenprodukt auch Arrak herstellen, der traditionell mit Wasser verdünnt zu den Vorspeisen (Mezze) getrunken wird. Durch die Zugabe von Wasser setzt eine milchige Trübung ein (Louche-Effekt), die dem Arrak zum Beinamen "Löwenmilch" verholfen hat.
Arak in Tonkrügen
Verantwortlich ist dafür der Gehalt an ätherischen Ölen aus den Anissamen, die sich in Alkohol, aber nicht oder kaum in Wasser lösen. Im Libanon sind heute 28 Hersteller registriert, wobei die kommerzielle Arrakproduktion im 19. Jahrhundert in der Region Zahlé entstand. Die Namen der Familien Ghantous und Abu Raad wurden zum Synonym für die Arrakproduktion. Aber jeder, der Weinreben besitzt, kann mit einer Destilliervorrichtung und etwas Geduld Arrak produzieren. Die kommerziellen Hersteller weisen allerdings immer wieder darauf hin, daß es ohne moderne Ausstattung schwierig ist, die restlose Entfernung von Methanol und ungesunden Fuselölen während des ersten Destillationsprozesses zu kontrollieren.
libanesischer Arak
Der Arrak ist ein klassenloses Volksgetränk, das sowohl in einfachen Kaffeehäusern als auch in den feinsten Restaurants getrunken wird. Er hat den Ruf, nach dem Konsum keinen Kater zu verursachen, wobei er dennoch einen Alkoholgehalt von über 40 Vol.-% aufweist. Getrunken wird Arrak stets mit stillem (Eis-)Wasser im Verhältnis zwischen 1:1 bis 1:5 verdünnt, da der hohe Alkoholgehalt sonst die Schleimhäute angreifen würde.